Exkursionsbericht Magerrasen Klein-Lessen August 2017

Entdeckung eines Kleinods unserer Landschaft im Sulinger Land

Hyles gallii Labkrautschwrmer reife Raupe   Hyles gallii Labkrautschwrmer junge Raupe
Labkrautschwärmer, reife Raupe   Labkrautschwärmer, jungeRaupe

Fotos: Christina Mau-Hansen                

Aufeiner bereits seit dreißig Jahren nicht mehr genutzten ehemaligen Ackerfläche des NABU Sulingen, dem Magerrasen in Klein-Lessen, konnte am 04.08.2017 eine besondere Entdeckung gemacht werden. Es wurde ein Vorkommen von sieben Raupen eines eher seltenen Schwärmers aufgespürt. Dabei handelte es sich um den Labkrautschwärmer (Hyles gallii), der in Niedersachsen als stark gefährdet gilt und damit auf der Roten Liste Rang 2 einnimmt (LOBENSTEIN 2004). Neben der Raupenfutterpflanze Labkraut werden ebenso gerne Weidenröschen angenommen, die in mehreren Gruppen auf dem Magerrasen angesiedelt sind. Die Falter fliegen von Mai bis Juli. Die Raupen konnten in unterschiedlichen Häutungsstadien und auch direkt während einer Häutung selbst beobachtet werden.

Hyles gallii Labkrautschwrmer Hutung 1 Hyles gallii Labkrautschwrmer Hutung 2 Hyles gallii Labkrautschwrmer Hutung 3

Labkrautschwärmer Häutung - Fotos: Christina Mau-Hansen               

Die auf einem Hügel gelegene 3,2 ha große Fläche ist ausgehagert und beherbergt auf sandigem Boden einige seltene Pflanzen wie Bergsandglöckchen und Besenheide. In den Weidenröschen konnte eine weitere Schwärmer-Art, die Raupe des Mittleren Weinschwärmers angetroffen werden. An Tagfaltern wurden der Kleine Kohlweißling, der Hauhechel-Bläuling, das Kleine Wiesenvögelchen und der Braune Waldvogel beobachtet.

 

Es konnte eine weitere Besonderheit registriert werden: eine sehr große Population von über 50 bis vielleicht 100 Tieren der Gemeinen Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)!

Phaneroptera falcata Gemeine Sichelschrecke   Hyles gallii Labkrautschwrmer schwarze Morphe
Gemeine Sichelschrecke
  Labkrautschwärmer, Raupe schwarze Morphe

Fotos: Christina Mau-Hansen                

Die Gemeine Sichelschrecke ist eine eher wärmeliebende südliche Art, die erst in den 90er Jahren langsam nach Niedersachsen eingewandert ist. Bis vor kurzem war sie also noch sehr selten zu finden, verbreitet sich aber stetig. Die Gemeine Sichelschrecke ernährt sich vegetarisch.

Heuschrecken "verdriften" oft als unfreiwillige "Tramps" an Autos, weil sie dort die angestaute Wärme anlockt. Daneben waren noch Exemplare der Punktierten Zartschrecke, der Großen Goldschrecke, des Nachtigall-Grashüpfers und des Wiesengrashüpfers zu beobachten.

Die Vogelwelt war mit etlichen Feldlerchen, Hänflingen, Stieglitzen und einem jungen Mäusebussard vertreten.

Christina Mau-Hansen, August 2017

 

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